

Anfängliche Sympathien seitens der Bonner Bevölkerung verscherzten sich die neuen Machthaber sehr schnell, indem sie rücksichtslose Requirierungen durchführten und die Bestände der Bonner Stadtkasse in das neue Papiergeld, den Assignaten, zu behördlich festgesetzten Kursen wechselten. Die Wirtschaft kam durch diese Maßnahmen schnell zum Erliegen und viele Einwohner verließen das nunmehr verarmte Bonn, das während dieser Zeit zwanzig Prozent seiner Bevölkerung einbüßte.
Im Zuge der neuen Epoche war Bonn während der siebzehnjährigen französischen Herrschaft wichtigen Umwandlungen in Politik und Gesellschaft unterworfen. Mit dem Friedensschluss von Campo Formino im Jahr 1797 wurde das bisher politisch zersplitterte linksrheinische Gebiet unter die einheitliche Verwaltung des Département Rhein-Mosel mit der Hauptstadt Koblenz gestellt, dem Bonn nunmehr als Kanton angehörte. Durch die Säkularisation verlor die Kirche ihre einst umfangreichen Besitztümer und ihre Macht. Klöster und Stifte wurden aufgelöst, die Pfarreien neu geordnet. Die wohl wichtigste Neuerung aber war die Einführung des "Code Napoléon" oder auch "Code zivil" genannt. Er sicherte die Gleichstellung der Bürger und löste in vielen Bereichen die alte rechtliche Unsicherheit ab. Auf wirtschaftlichem Gebiet schaffte man die Zunftrechte ab und führte die Gewerbefreiheit ein.