
Der Wiener Kongress schlug das Rheinland zu Preußen, wobei England die Hand im Spiel hatte, das die Franzosen durch einen starken Nachbarn im Zaum halten wollte. Die Rheinländer waren weniger begeistert. Der Kölner Bankier Schaffhausen drückte ihre Gefühle mit den Worten aus: "Do hierode mir in en ärm Familich".
Auch die Bonner wehrten sich mit rheinischem Spott - aus dem Jahr 1822 stammt die folgende Anekdote: Das Jahr hatte den Bonnern eine gute Weinernte und eine große Mäuseplage gebracht. Als die jährliche Prozession von St. Remigius nach Kevelaer ging, standen einige der Honoratioren am Fenster des Hotels "Zum Goldenen Stern" am Markt und sahen dem Auszug der Pilger zu. Da kam ein junger preußischer Leutnant herein und rief: "Seht euch dieses abergläubische Volk an. Sie tragen eine silberne Maus nach Kevelaer und glauben, damit die Plage loszuwerden". Ein älterer Bonner klopfte ihm auf die Schulter und sagte bedächtig: "Leven Här Leutnant, wenn me dat glööven däte, hätte me at längs ne joldene Preuß no Kevelaer jebraat".
Daten und Fakten:
1815:
Bonn wird preußisch.
1818:
Gründung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn.
1844:
Eröffnung der Eisenbahn Köln-Bonn.
1845:
Errichtung des Beethovendenkmals und erstes Beethovenfest.
1847:
Gründung der Landwirtschaftlichen Hochschule in Poppelsdorf.
1848 / 49:
Führende Teilnahme Bonner Professoren an der ersten demokratischen Revolution in Deutschland.
1856:
Robert Schumann stirbt in Endenich.