
So wenig Bonn die preußische Strenge und Sparsamkeit schätzte, so dankbar war man für die Gründung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität. Berühmte Professoren lehrten hier: Arndt, Wahlmann, Niebuhr, Argelander und Schlegel.
Von dem letzteren ist eine kleine Geschichte überliefert:
August Wilhelm von Schlegel pflegte seine Vorlesungen mit Feierlichkeit einzuleiten. Zuerst erschien sein Diener, stellte auf dem Pult Kerzen auf, daneben ein Glas Zuckerwasser, verschwand, kehrte mit der Mappe des Gelehrten wieder und zündete die Lichter an. Nach wirkungsvoller Pause begann dann die Vorlesung. Eines Tages fand Schlegel den Hörsaal noch leer nach dieser Zeremonie. Dann sah er mit Erstaunen Dienstmänner eintreten, die ihrerseits auf den Plätzen der Studenten je eine Kerze feierlich entzündeten und die Kolleghefte niederlegten. Der letzte hielt die Tür ehrerbietig auf und nun kamen die Herren Studenten. Eisiges Schweigen. Schlegel zog die Augenbrauen bis zur Perücke hoch - und begann mit scharfem Stakkato seine Vorlesung. Kronzeuge dieser Geschichte war Heinrich Heine, damals Student in Bonn.