
Neben der Bonnburg und der Händlersiedlung "Vicus Bonnensis" gewann der Bereich um die Grabkapelle der Heiligen Cassius und Florentius, an der Stelle der heutigen Münsterkirche, zunehmend an Bedeutung. Als Betreuer der Märtyrerkirche wurde erstmals Ende des 7. Jahrhunderts das Cassiusstift erwähnt, das um 780 anstelle der Grabkapelle eine Stiftskirche errichtete. Anfang des 9. Jahrhunderts erscheint erstmalig der Name "Villa Basilika" für die noch unbefestigte Siedlung bei der Stiftskirche.
Die Normannenstürme 881/82 brachten starke Verwüstungen mit sich. Während sich die alte Siedlung bei der Dietkirche kaum mehr von den Schäden erholte, wurde der Stiftsbereich befestigt. Zudem gewann das Cassiusstift durch umfangreiche Schenkungen an Einfluss.
Um die Jahrtausendwende verlagerte sich daraufhin der Siedlungsschwerpunkt zur "Villa Basilika". Vor seinen Toren entstand rheinwärts die offene Marktsiedlung "Oppidum Bonnense", erstmalig 1211 offiziell erwähnt, mit einem großen Marktplatz als Mittelpunkt. Aus diesen beiden Keimzellen, der Stiftsstadt und der Marktsiedlung, begann die eigentliche Stadtwerdung Bonns.