
Im August 1845 wurde zum Gedenken an Beethovens 75. Geburtstag sein Bronzestandbild auf dem Münsterplatz feierlich enthüllt. Vom Balkon des Fürstenberg’schen Palais (seit 1877 Hauptpost) wohnten König Friedrich Wilhelm IV. und Queen Victoria der Einweihung des Denkmals bei. Zur Finanzierung des Denkmals hatte sich schon 1835 ein Verein konstituiert, in dem sich auch der bekannte Komponist Liszt engagierte. Den 1840 ausgeschriebenen Wettbewerb für das Denkmal hatte Ernst Hähnel, ein Mitarbeiter von Gottfried Semper in Dresden, gewonnen. Nach dem Vorbild der Lebendmaske von Beethoven stellt er den Komponisten idealisiert dar. Haltung und Symbolik der Figur charakterisieren den Künstler, der mit nach oben gewandtem Blick eine Inspiration empfängt, den Griffel in der Hand, um den Gedanken sogleich im Notenbuch festzuhalten. Die Reliefs auf dem Granitsockel des Standbildes stellen Allegorien von Beethovens Tonkunst dar: die Orgel spielende Figur repräsentiert die geistliche Musik (Missa Solemnis), die auf einer Sphinx reitende Fantasie steht für die freie Form der Sonate (Sonata quasi una fasia), die vier Genien stehen für die vier Sätze seiner großen Symphonien, und die zwei Masken stehen für das Musiktheater (Oper Fidelio).
Beethovendenkmal
vor der Hauptpost
Münsterplatz
53111 Bonn