
Die romanische Doppelkirche St. Maria und Clemens in Schwarzrheindorf steht im rechtsrheinischen Bonner Stadtteil Bonn-Schwarzrheindorf nördlich von Bonn-Beuel. Sie ist insbesondere wegen ihrer reichhaltigen Deckenmalereien eine der bedeutendsten romanischen Kirchen Deutschlands. Die Oberkirche ist der Gottesmutter, die Unterkirche dem Heiligen Clemens geweiht.
Die Kirche wurde im Auftrag von Arnold II. von Wied (ab 1151 bis 1156 Erzbischof und Kurfürst von Köln) und dessen Schwester Hadwig von Wied Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet. Nach einem in der Apsis des unteren Kirchenraumes befindlichen Hinweis wurde sie 1151 in Anwesenheit des Staufer-Königs Konrad III. geweiht. Sie besitzt einen kreuzförmigen Grundriss und war ursprünglich ein Zentralbau. Das Gebäude entstand auf dem Hofgut des von Wied, der nach seiner Rolle als Kölner Dompropst Erzbischof wurde und ab 1138 Kanzler von König Konrad III. war.
Nicht lange nach der Einweihung der Kirche gründete Arnold von Wieds Schwester Hadwig nach dem Tod des Bruders (1156) hier ein Kloster der Benediktinerinnen. Hadwig stand als Äbtissin den Klöstern von Essen und Gerresheim vor. Aus dem Obergeschoss wurde nun die Klausurkirche der Nonnen. Später wurde das Kloster in ein Damenstift umgewandelt.
Im Zuge der Säkularisation wurde das Damenstift 1803 aufgelöst und die Kirche verlor weitgehend ihre Ausstattung. Die romanischen Deckenmalereien gerieten unter der im 17. und 18. Jahrhundert aufgebrachten Tünche fast in Vergessenheit. Mitte des 19. Jahrhundert wurden sie wieder entdeckt und freigelegt, ab 1863 restauriert. Seit 1868 wird die Kirche wieder als Pfarrkirche genutzt.
Zum Ende des 20. Jahrhundert wurde im Rahmen von Arbeiten an der Fußbodenheizung das ursprüngliche Grab des Arnold von Wied gefunden. Seine Gebeine wurden in eine Stahlkassette gebettet und fanden Platz unter dem 1997 geschlossenen Grabstein.
| Sommer tägl. 9 -18.30 Uhr, So ab 12.15 Uhr im Winter tägl. 9 - 17 Uhr Oberkirche nur Sa außerhalb der Gottesdienste montags ist die Doppelkirche geschlossen | ||