
Wo der Ritterorden vom Heiligen Michael tagte
Als Teil des Galerieflügels vom Kurfürstlichen Schloss errichtet, diente der die Straße nach Koblenz überspannende Torbau ursprünglich als Archiv und Versammlungsraum des Ritterordens vom Heiligen Michael. Eine vergoldete Figur des Erzengels schmückt denn auch die Fassade.
1751 - 57 ließ Kurfürst Clemens August das Tor als Sitz des Michaelsordens durch den Bonner Stadtbaumeister M. Leveilly, nach Plänen François Cuvillés d.Ä., errichten. In den seitlichen Durchgängen befanden sich früher Wach- und Zollstuben. Auffallend sind die stark hervorgehobenen dorischen und ionischen Doppelsäulen, die in Verbindung mit der kurfürstlichen Wappenkartusche dem Tor einen besonders repräsentativen Charakter verleihen. Oberhalb befinden sich die Personifizierungen der vier Tugenden des Michaelsordens: Frömmigkeit, Ausdauer, Stärke und Treue und als Mittelpunkt der vergoldete Bleiguss des Erzengels Michael.
Bei den Figuren handelt es sich um Reproduktionen, da die Originale im Krieg zerstört wurden. Das Original der Figur des Erzengels Michael, ein vergoldeter Bleiguss von Hendrik Rottermondt (1755), befindet sich in den Innenräumen der Universität am Hörsaal VIII.