
Im sechsten Jahr von „Sustainable Bonn“ ist die Bilanz positiv: 49 Hotels, Caterer, Konferenz- und Tagungsstätten haben das Programm für ein nachhaltigeres Management zum Jahresende 2010 durchlaufen. Damit deckt „Sustainable Bonn“ weit mehr als die Hälfte der Bonner Hotelbetten und fast alle relevanten Veranstaltungsorte ab. Die Partnerbetriebe sind Motoren und Multiplikatoren für die Stadt Bonn als „Konferenzstandort der Nachhaltigkeit“.
Zu den Betrieben, die am 6. Dezember 2010 ihre Partner-Auszeichnungen entgegennehmen konnten, zählen auch die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland mit ihrem großen Tagungsbereich und das Studentenwerk Bonn, das die Abschlussveranstaltung in der Mensa Poppelsdorf fair und nachhaltig ausrichtete.
Insgesamt zehn Betriebe dürfen die Auszeichnung nach erfolgreich bestandener Prüfung für zwei Jahre führen, einer von ihnen unter Vorbehalt der Umsetzung geplanter Maßnahmen.
1. Kunst und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
2. Studentenwerk Bonn
3. Hotel Kurfürstenhof
4. Hotel President
5. Venusberghotel
6. Hotel Continental
7. Acora Hotel und Wohnen
8. Ibis Hotel Bonn
9. Mercure Hotel Bonn Hardtberg
10. Schloss Auel
Weitere sieben Partner aus 2006 und acht aus 2008 tragen nach erfolgreicher Prüfung das Signet „Partner of Sustainable Bonn“ für weitere zwei Jahre.
Seit sechs Jahren auf dem Weg zum nachhaltigeren Konferenzstandort: 2006 wurde das von der Stadt Bonn initiierte und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geförderte Projekt "Sustainable Bonn Konferenzort der Nachhaltigkeit" gestartet und bei der Tourismus & Congress GmbH Region Bonn/ Rhein-Sieg/ Ahrweiler (T&C) angesiedelt. Durchschnittlich zehn Unternehmen pro Jahr - vor allem Hotels, Caterer und Konferenzstätten - erarbeiteten seitdem in Workshops und Vor-Ort-Terminen maßgeschneiderte Konzepte in den Bereichen faire und nachhaltige Beschaffung, Abfall und Wasser sowie Energie und Mobilität. Unterstützt werden sie dabei von einer Beratungsfirma und externen Fachpartnern.
Alle teilnehmenden Betriebe erarbeiteten innerhalb eines Workshop- und Beratungsprogrammes ihre individuelle Nachhaltigkeitsstrategie, die dann von einer Expertenkommission überprüft wurde. Neben Themen wie Energie, Wasser, Abfall und Mobilität liegt ein besonderer Schwerpunkt auf einer fairen und nachhaltigen Beschaffung. In einigen Bereichen sparen die Betriebe dabei bares Geld, das an anderer Stelle wieder für mehr Nachhaltigkeit investiert werden kann. In einer steigenden Zahl von Betrieben öffnete diese „nachhaltige Mischkalkulation“ in Verbindung mit maßgeschneiderter Beratung die Tür für fair gehandelte Produkte. Insgesamt konnte mit „Sustainable Bonn“ ein Perspektivwechsel in der Bonner Konferenzbranche angestoßen werden, die weit über klassische „Greening“-Konzepte hinausgeht und entwicklungspolitische Aspekte mit einbezieht.
Die erfolgreiche Umsetzung der Partner und der Einsatz für faire und nachhaltige Beschaffung hat auch mit dazu beigetragen, dass Bonn im November als Fairtrade-Town ausgezeichnet werden konnte.
In ihrem Grußwort dankte sie den Projektbeteiligten und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ohne dessen Unterstützung es Sustainable Bonn und damit einen wesentlichen Impuls für ein an nachhaltiger Entwicklung orientiertes Konferenzwesen nicht gäbe.
Die Erfahrungen aus „Sustainable Bonn“ fließen aktuell auch in ein Projekt der Welttourismusorganisation UNWTO ein. Im März begann die Testphase von „Hotel Energy Solutions“ (HES). Dieses im Rahmen eines EU-Projekts entwickelte Online-Instrument soll Hotels die Investitionsentscheidung für Energieeffizienz und Erneuerbare Energien erleichtern. In Bonn (als Städtereisen- und Konferenzdestination) und drei weiteren sehr verschiedenen Zielregionen (Küste, Skigebiet sowie ländliche Region) in Europa werden Gruppen von 25 Hotels „HES“ erstmalig nutzen. Zur fachlichen Begleitung der Bonner Gruppe entschied sich die UNWTO bewusst für eine Kooperation mit Arqum, bekannt als Beratungspartner von „Sustainable Bonn“. Auch die Zusammensetzung der Testgruppe bestehend aus „Sustainable Bonn“-Betrieben und eine enge Anbindung an die Projektleitung bei der T&C zielt darauf ab, möglichst viele Erkenntnisse aus dem erfolgreichen Bonner Projekt in die Erprobung und Optimierung von „HES“ einzubringen.
"Sustainable Bonn" steht als gutes Beispiel für eine Nachhaltigkeitsinitiative, die sich nicht auf ökologische Aspekte beschränkt, sondern vor allem entwicklungspolitischen Fragen eine Plattform im Konferenzwesen bietet. Dieses Engagement wurde mehrfach honoriert: 2007 mit der Auszeichnung als Projekt der UN-Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" und dem Zeitzeiche(N)-Preis des Netzwerks 21; 2009 mit Platz vier unter den "Sustainable Initiatives of The Year" zur EIBTM, der internationalen Leitmesse der Konferenzwirtschaft.
Rückfragen beantwortet:
Projektleiterin: Isabelle Lindel, Telefon 0228 91041 35, E-Mail: i.lindel(at)bonn-region.de